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Das New Forest Pony
Ursprungsgebiet
dieser international sehr weit verbreiteten Rasse
ist der New Forest im Süden Englands, in der
Grafschaft Hampshire (ca. 13 000 ha ). In diesem
Naturschutzgebiet ist das Klima durch den mildernden
Golfstrom weniger streng als in den meisten übrigen
Zucht- oder Ursprungsgebieten von Mountain &
Moorland Ponies. Nachzuchten vor allem in
Skandinavien, Holland, Deutschland und USA.
Die
keltisch beeinflussten
Völker hielten mit großer
Wahrscheinlichkeit orientalisierte Pferde neben den
ursprünglichen Wildpferden, die später durch Römer
und Angelsachsen verkreuzt wurden. Die frühesten
schriftlichen Zeugnisse von Pferden in der Gegend
stammen aus dem 10. Jh., als das Gebiet noch
Ytenweald hieß, also Wald der Jüten. Wilhelm der
Eroberer ließ ab 1076 das Gebiet aufforsten, und
somit erhielt es den Namen "Neuer Forst". Das
Domesday Book, ein umfangreiches Inventar von 1086,
führt die Ponys an. In den folgenden Jahrhunderten
betrieben die normannischen Edelleute und auch die
Zisterzienser Mönche des Klosters Beaulieu eine
blühende Pferdezucht. Im 18. Jh. stieg der Bedarf an
praktischen Kleinpferden wieder enorm an, nicht
zuletzt wegen des aufkommenden allgemeinen
Kutschengebrauchs und der Nachfrage für Damen- und
Kinderponys.
Dies führte gerade bei dieser Rasse zu
einem wenig konsolidierten Grundstock, der durch
Welsh Ponys, Highland Ponys, Dartmoors, Exmoors,
Fell-Hengste und Polo Pony-Hengste bereichert wurde.
Die organisierte Zucht von hochwertigen Gebrauchs-
und Sportponys im New Forest begann mit der
Einrichtung einer Zuchtbuchabteilung, genannt New
Forest Studbook, für diese Pferde 1899 im Polo Pony
Studbook. Die wichtigste Veränderung in der New
Forest-Zucht und zugleich der Meilenstein auf dem
Weg der Konsolidierung des Rassetyps trat 1930 ein:
Von da an wurde kein Fremdblut mehr zugelassen.
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Das Shetland Pony
Das
Verbreitungsgebiet umfasst ganz Großbritannien,
einschließlich der Shetlandinseln ca. 200 km
nördlich des schottischen „Festlandes“; weiters
nahezu alle Länder in Europa. Schwerpunkte sind in
Großbritannien, Holland, Deutschland, Frankreich und
Skandinavien zu sehen.
Auf die Shetland-Inseln gelangten die Pferdchen erst
durch den Menschen. Die Verzwergung der ursprünglich
etwas größeren Formen dürfte auf das extrem karge
Futterangebot und das raue Klima zurückzuführen sein.
Im 16. Jh. war die Inselgruppe durch die Heirat von
Prinzessin Margarete mit König James als Brautgut
von Norwegen an Schottland gefallen. Im Jahr 1700
beschrieb sie der Kirchenverwalter John Brand in
einem Reisebericht so: „Sie sind trotz ihrer
Kleinheit voller Kraft und Leben, und gerade die
Kleineren erweisen sich oft als die Stärksten. Sie
werden sehr alt, 26 oder 30 Jahre. Sie werden um so
kräftiger und langlebiger, wenn man sie erst
vierjährig zur Arbeit nutzt. Die Rappen gelten als
die besten, während sich die Schecken oft nicht so
gut bewähren. Sie waren früher zahlreicher. Die
Kleinsten findet man auf den nördlichen Inseln Yell
und Unst.“
Die
wichtigste Aufgabe der Ponys war das sogenannte peat
flitting, das Heimtragen der trockenen Torfsoden von
den Hochmooren. Im 19. Jh. gelangten die Ponys auf
das englische Festland. Man erkannte ihre Qualitäten
und begann auch bald, sie in den Kohle- und
Bleibergwerken zu verwenden. Das Stutbuch wurde 1890
gegründet und ist somit das älteste Verzeichnis
aller Berg- und Heidepony-Rassen Englands. Die Rasse
blieb bis tief in das 19. Jh. Aufgrund der relativen
Abgeschiedenheit der Inseln im Wesentlichen
unvermischt. Einflussreiche Hengste aus dieser Zeit
waren Jack und seine Söhne Laird of Noss, Lord of
the Isles und Odin, die über zahlreiche Nachkommen
bis heute in der Zucht verankert sind.
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Der Irish Tinker
Vor
allem im Norden und Westen Englands, besonders aber
auch im Westen Irlands findet man noch fahrendes
Volk mit bunten Pferden; ebenso am Stadtrand von
Dublin. Allerdings ziehen diese Pferde keine
Wohnwagen (vardos) mehr, sondern werden per Anhänger
von Lagerplatz zu Lagerplatz geschafft. Die „Züchter“
halten die Pferde auf Marginalflächen, Pachtweiden
oder am Straßenrand. Im Oktober findet ein großer
Pferdemarkt mit unzähligen Tinkerpferden in
Ballinasloe (Galway, Irland) statt, ebenso einer im
August in Appleby (Nordengland, Cumbria).
Nachzuchten gibt es in Holland, Deutschland,
Skandinavien und Frankreich, auch in Österreich, den
USA und Kanada.
Urlauber waren im Zuge von Trailritten oder
Ponytrecks auf solchen gescheckten, haarigen Cobs
gesessen und hatten deren Ruhe und Verlässlichkeit
zu schätzen gelernt, aber bis vor etwa 15 Jahren
konnte kaum jemand am europäischen Festland mit den
Bezeichnungen Gypsy Cob, Coloured Cob oder Tinker
etwas anfangen. Heute, nach ungeheurem Medienrummel,
sind sie in aller Munde.
Seit
etwa 120 Jahren oder etwas mehr züchten die Zigeuner
Pferde im Stockmaß von rund 130 bis 155 cm, die für
vielerlei Zwecke verwendet werden können. Je nach
Typ, Aktion und Kaliber sind sie entweder Ponys,
Trabrennpferde oder Karrenpferde mittleren bis
schweren Kalibers. Über die Herkunft der
Tinkerpferde oder -ponys ist wenig bekannt, man kann
nur spekulieren, dass die Rassen Welsh Cob,
Connemara, Dales & Fell Pony im Ahnenhintergrund stark
vertreten sind. Um mehr Größe und stärkeres Kaliber
zu erhalten, fanden sicher auch Kaltbluthengste
Verwendung, die vor allem in der Rasse Clydesdale in
Nordengland, Schottland und Irland ausreichend zur
Verfügung standen. Allerdings ist die Vorliebe für
Schecken relativ jung, denn ihre Beliebtheit
erlangte diese Färbung erst in den beiden
Weltkriegen, als einfärbige Pferde ersatzlos
rekrutiert werden konnten, die auffallenden Schecken
jedoch nicht eingezogen wurden. Der wahre „Schecken-Boom“
ist erst rund 50 Jahre alt.
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Das Welsh Pony (Sektionen A-D)
Eigentlich
keine Rasse, sondern eine Rassengruppe, die unter
dem Sammelbegriff Welsh Ponys und Cobs
zusammengefasst wird. Ursprünglich aus dem Hügelland
von Wales stammend, sind die Ponys heute in der
ganzen westlichen Welt verbreitet. Viele und
umfangreiche Nachzuchten, vor allem in Holland,
Deutschland, den USA und Skandinavien.
Das Hügelland von Wales konnte schon früh mit edlen
Ponys aufwarten, denn bereits die Kelten brachten
ihre orientalisierten Pferdchen hierher. Damit wurde
dem heimischen Pony von Typ I und II vermutlich das
erste Mal ein veredelnder Stempel aufgedrückt. Durch
die Abgeschiedenheit des Zuchtgebietes blieben die
zahlreichen wilden oder halbwilden Ponyherden in den
Bergen erhalten. Aus ihnen rekrutierten die Bauern
ihre Last- und Reittiere, mit größeren
Arbeitspferden gekreuzt konnte man sie zum Cob
umwandeln. Sogar als Jagdwild waren die Ponys über
Jahrhunderte begehrt. Im 18. und 19. Jh. wurden auch
Vollblüter und Hackneys in der Zucht verwendet, eine
Praxis, die geraume Zeit anhielt.
Als man im 19. Jh. auch außerhalb von Wales erneut
auf diese charmanten und leistungsfähigen Tiere
aufmerksam wurde, gab es noch zahlreiche halbwilde
Herden. 1901 wurde in Wales die Welsh Pony and Cob
Society (WPCS) gegründet, die durch finanzielle
Unterstützungen und strenge Eintragungsbestimmungen
für eine geregelte Zucht sorgte. 1894 wurde der
bedeutendste Hengst geboren, Dyoll Starlight, der
seine Schimmelfarbe an unzählige Nachkommen
weitergab. Auf ihn gehen nahezu allen bedeutenden
Ausstellungssieger zurück und er wurde zu Lebzeiten
eine Legende. Heute kennt man vier Unterrassen oder
Schläge, die man international als die Sektionen A,
B, C und D bezeichnet, bzw. in Großbritannien
manchmal mit den beschreibenden Namen Welsh Mountain
Pony, Welsh Riding Pony, Welsh Pony of Cob Type und
Welsh Cob versieht. Daneben gibt es auch das sog.
Welsh Partbred, bei dem der kumulierte Anteil von
Welsh-Blut über Vater und Mutter mindestens 25 %
betragen muss. Partbreds werden in einem eigenen
Register geführt.
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Das Gower Pony
In
Wales besteht eine interessante Unterpopulation der
Welsh (Mountain) Ponys, und zwar in einer für diese
recht untypischen Umgebung. Das Verbreitungsgebiet
umfasst das flache, sumpfige Marschland im
nördlichen Teil der Halbinsel Gower und das
angrenzende, hügelige Hinterland. Gower liegt an der
Südwestküste von Wales, etwa zwischen Swansea und
Llanelli, und steht zum Teil im Besitz des National
Trust. Die Ponys leben in Gruppen und wandern
zwischen den besseren Weidegründen im Hinterland und
dem Watt herum, immer auf der Suche nach nahrhafter
Weide und stets bedacht, nicht von der zweimal
täglich rasch einlaufenden Flut überrascht zu werden.
Die Geschichte der Gower Ponys ist nicht ganz klar
nachvollziehbar. Vermutlich gab es hier, genauso wie
im übrigen Wales, halbwilde Herden, aus denen bei
Bedarf Nutztiere gefangen wurden. Im Norden und
Osten der Halbinsel befanden sich recht umfangreiche
Kohlenminen, in denen Ponys als Zugtiere verwendet
wurden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die
Gower Union Pony Association gegründet, der erste
Zuchtverein für Welsh Ponys, welcher alle
freilebenden Ponys alljährlich inspizierte und
ungeeignete oder mangelhafte Hengste von den Commons
verbannte. Die Bestände sollen damals stark
ingezüchtet gewesen sein. Vermutlich wurden noch zu
jenen Zeiten, als man Ponys im Kohleabbau verwendete,
und besonders nach der Mechanisierung, viele
ausgemusterte Grubenponys frei gelassen. Sie dürften
der Grundstock der heutigen Population sein. Als
Herdenhengste werden längerem nur reine Welsh-Hengste
der Sektionen A und B zugelassen. Kein eigener
Standard.
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