Das
British Miniature Horse
Die
Zucht dieser relativ jungen Rasse begann in England
vor etwa 40 Jahren durch die Eigentümerin des
Toyhorse Stud, Mrs. Tikki Adorian. Zuerst ein
Mini-Shetland-Gestüt, wurde es später auf andere
Zwergrassen erweitert, und aus dem resultierenden
Konglomerat wurde das heute in vielen Ländern
züchterisch eingesetzte British Miniature Horse.
Viele internationale Gestüte von „Minis“ in ganz
Europa und den USA besitzen Tiere aus der britischen
Zucht.
Minipferde werden besonders in England, Holland und
Amerika, aus verschiedenen Gründen und zu
unterschiedlichen Zwecken gehalten und gezüchtet.
Die amerikanische Autorin Bonnie Hendricks führt an,
dass die frühen Importe in die USA bis etwa 1950
dazu dienten, die Kohleminen in den Appalachen mit
Grubenponys zu versorgen. In England gab es bereits
im 19. Jh. zahlreiche sehr kleine Shetlands, die
nicht nur in den diversen Bergwerken, sondern auch
als Parktiere (Zierpferdchen) und als Spieltiere für
Kinder dienten. Heute hat man längst entdeckt, dass
Minipferde nette und interessante Tiere sind, die
viel Freude und Abwechslung bringen. Man kann sie –
wenn auch mit Einschränkungen – sowohl einspannen,
als auch auf Schauen zeigen, ihnen Zirkustricks
beibringen oder sie einfach „nur“ lieb haben.
Während der Kaufpreis eines qualitativ guten Minis
mitunter an den eines ausgebildeten Großpferdes
heranreicht, genügen etwas Heu, Futterstroh, Gras
und eine Handvoll mineralisierter Pellets als
Tagesration. Das Exterieur soll eher dem eines
verzwergten Pferdes als dem eines „echten“ Ponys
gleichen. Gesundheitliche Probleme, wie Gebissfehler,
Patellarluxation, Kryptorchismus, Schwergeburten und
Fruchtbarkeitsstörungen können mitunter vorkommen.
Da es sich beim BMH um eine reine Größenzucht
handelt, kommen verschiedene Typen vor (Araber-,
Hunter- und Cobtyp). Die Größe von 81 cm bei
Jährlingen und 86 cm bei dreijährigen und älteren
Tieren darf nicht überschritten werden. Alle Farben
sind zugelassen, auch Tiger, Cremellos, Perlinos und
alle Arten von Schecken.
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Das British Riding Pony
In
der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte
man aus dem Polopony das englische Reitpony, dessen
Zucht seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts über
ganz Großbritannien und in geringerem Ausmaß über
die Republik Irland verbreitet ist. Sie wird nahezu
ausschließlich auf fachkundige Weise in privaten
Gestüten betrieben, wobei Exterieur- und
Leistungsparameter im Vordergrund stehen und
ponytypische Kriterien wie Robustheit,
Trittsicherheit oder Leichtfuttrigkeit etc. nur mehr
wenig Bedeutung haben. Die Reitponyzucht ist auf den
gesamten britischen Inseln ein wichtiger Faktor im
Gefüge von Pferdesport und -zucht, denn sie
ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, in das
sportliche Geschehen einzusteigen.
Reitponys
sind edle, schnittige Tiere, denen man den
Vollblutanteil ansieht. Dennoch bewahren sie meist
auch die Merkmale der Landrassen, die sich meist im
Ahnenhintergrund finden. Man kann Riding Ponies zwar
nicht mehr so naturbelassen halten und züchten wie
diese, denn ihre Aufgabe liegt auf einem anderen
Gebiet, aber der Ponycharakter soll klar erkennbar
sein. Das Exterieur ist harmonisch und elegant, mit
einem ausdrucksvollen, trockenen Kopf, der noch
deutlichen Ponyausdruck zeigt. Die bevorzugten
Farben sind Braune und Füchse, Rappen und Schimmel
kommen seltener vor. Die Größe wird in drei Klassen
angegeben: bis 12,2 hands (= 128 cm), bis 13,2 hands
(= 138 cm) und bis 14,2 hands (= 148 cm); jetzt gibt
es auch Klassen für Tiere bis 15 hands. Rosedale
Tiberiuis, Valentino, Downland Chevalier und
Downland Folklore bilden gewissermaßen die „vier
Musketiere“ der Reitponyzucht in Deutschland auf
britischer Basis.
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Das British Spotted Pony
Man
vermutet, dass es gefleckte Pferde als Mutationen
schon im Wildzustand gab, worauf einige
Höhlenmalereien hinweisen. Sie sind vor allem in
iberischen und asiatischen Beständen genetisch
stärker fixiert als in den nordeuropäischen
Stammformen. Es ist verwunderlich, dass gerade in
England solche Tiere als „einheimisch“ bezeichnet
werden, selbst wenn sie bei den Welsh Ponys und Cobs
früher recht häufig vorkamen.
Ein Zuchtbuch existiert seit 1946, als man die
damals noch für alle getigerten Pferde zuständige
British Spotted Horse and Pony Society gründete. Im
Jahre 1976 entschied man sich, klar zwischen Ponys
und Großpferden zu unterscheiden und zwei getrennte
Zuchtbücher zu führen, bzw. zwei Zuchtverbände zu
etablieren. Damit kam es zur Gründung der British
Appaloosa Society und jener der British Spotted Pony
Society. Die Zahl der Tigerponys nahm durch Exporte
während der 60er und frühen 70er Jahre dramatisch ab,
Inzucht und Exterieurmängel wurden bedrohlich. 1980
wurde Mr. Lawrence Alderson zum Präsidenten gewählt,
und dieser erfahrene Genetiker führte einige
erfolgreiche Sofortmaßnahmen ein. Dazu gehörte die
Öffnung des Stutbuches für Kreuzungsexemplare mit
allen anderen Mountain & Moorland-Rassen, sofern sie
getigert waren. Damit wurde die genetische Basis
schlagartig verbreitert und die Inzucht gemildert.
Nachdem man wieder
Wind
in die Segel bekommen hatte, kam es 1996 zu einer
Spaltung der Society und zur Gründung der Spotted
Pony Breed Society, die sich als Träger der
ursprünglichen Ziele versteht.
Die Fellzeichnung ist entweder einfarbig (dann ist
der Tigerfaktor in den Genen verankert, aber nicht
sichtbar), meist jedoch getigert. Das zur Eintragung
in das Zuchtbuch erforderliche Stockmaß darf 148 cm
nicht übersteigen.
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Das Connemara Pony
Das
Ursprungszuchtgebiet ist die Republik Irland,
besonders der Connaught genannte Westen der Insel,
der die Region Connemara einschließt. Besonders
Frankreich, aber auch England, Schweden, Dänemark,
Deutschland, Australien und die USA sind
erfolgreiche Züchternationen.
Im Mittelalter entstand ein genügsames, deutlich
iberisch geprägtes Kleinpferd. Dieses fand auf den
weiten Berg- und Heidegebieten in halbwilder Zucht
seine Heimat und wurde von den Bauern und Kriegern
als Reitpferd verwendet. Es konnte im äußersten,
gälischen Westen Irlands weiter bestehen und wird
wohl an der Wiege der späteren Connemara Ponys
gestanden haben, wenn auch später erneut fremdes
Blut zugeführt wurde.
1923 wurde die Connemara Pony Breeders Society (CPBS)
gegründet, deren Ziel es war, die Fehler der
Vergangenheit zu vermeiden und eine geregelte Zucht
einzuleiten. Man nahm von der Kreuzungszucht Abstand,
führte Stutbuchaufnahmen und Inspektionen durch und
versuchte, die Rasse durch züchterische Maßnahmen zu
verbessern. Die CPBS ist als parent society (=
Mutterstutbuch) im Sinne der EU für die
international gültigen grundlegenden
Zuchtvorschriften zuständig, an die sich alle
Nachzuchtländer innerhalb der EU halten sollen.
Connemaras
sind besonders als Jagd-, Spring- und
Vielseitigkeitspferde auf den britischen Inseln
gefragt. In Irland gibt es ein altes Sprichwort,
welches sagt: „Connemaras sind zu halten wie Ponys,
aber zu reiten wie Pferde“. Alle Hengstlinien lassen
sich auf fünf originäre Connemara-Hengste (einer mit
Welsh Cob-Blut), sowie je eine auf den Vollblüter
Little Heaven XX und den Araber Naseel OX
zurückführen. Somit teilt die Rasse Connemara die
Eigentümlichkeit vieler anderer britischer Rassen,
nur auf einige wenige Gründertiere zurückzugehen,
vor allem was die Hengstlinien betrifft.