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Hurra, wir kaufen ein Pony!


Der einfachste und vermutlich risikoloseste Weg ist jener über einen seriösen Händler oder Züchter im eigenen Land, der sich auf den Import oder die Zucht von nachweislich guten Tieren versteht und auf diesem Gebiet Erfahrung hat. Viele renommierte Züchter von britischen Ponyrassen im deutschen Sprachraum sind zugleich „Amateurhändler“ – und meist keine schlechten; wahrscheinlich ist die Bezeichnung Vermittler zutreffender. Sie können die Nachfrage nach eigenen Zuchtprodukten oft nicht befriedigen und versuchen, dem durch fallweise Importe aus dem Mutterland abzuhelfen. Sie sind deshalb noch lange keine Rosstäuscher oder Pferdehändler, sondern in aller Regel bestrebt, möglichst viele neue Freunde für ihre Rasse zu finden. Dabei können sie vielfach auf beste Kontakte zu Züchtern oder Händlern im Mutterland zurückgreifen und sind auch in der Abwicklung des Imports versiert.

Bei so einem Vermittler zu kaufen, hat einige entschiedene Vorteile. Man unterliegt dem eigenen, heimischen Recht, das inzwischen EU-weit ziemlich einheitlich ist und dem Käufer von Pferden (Ponys und Esel zählen hier als Pferde, die insgesamt im Bürokraten-Jargon Equidae genannt werden) einen umfassenden Schutz bietet. Im Streitfall sind die Rechtsberater, Anwälte und Gerichte in der Regel nahe zur Hand und man muss keine Weltreise antreten und eine Fremdsprache lernen, um zu seinem Recht zu kommen. Will man – was dringend anzuraten ist – eine tierärztliche Ankaufsuntersuchung durchführen lassen, so kann man einen Tierarzt des eigenen Vertrauens wählen, oder sich zumindest beraten lassen, welcher Tierarzt in der Region als Pferdespezialist gilt. Nicht zuletzt findet man in den heimischen Zuchtverbänden und Interessengemeinschaften für die einzelnen Rassen relativ leicht fundierten Rat, bei kleinen Populationen oft sogar zu jedem einzelnen Tier. Auch sind im Inland die Möglichkeiten des Probereitens, des Kaufes mit vereinbarter Probezeit und der eventuellen Rückgabe viel einfacher. Zudem ist das bereits erfolgreich importierte Tier, auch wenn man die Importkosten versteckt mitbezahlt, schon gesund im Zielland angekommen und jemand anders hat die Importformalitäten bereits erledigt und das Risiko getragen.

Alle diese Argumente verblassen aber in vielen Fällen gegenüber dem Wunsch, selber in der Heimat des Ponys zu kaufen. Das ist auch gut und richtig so, denn man sollte schon mal da gewesen sein, wenn man ein britisches Pony besitzt. Die Landschaften, Menschen, Veranstaltungen und Kulturschätze der Inseln sind wirklich eine Reise wert und erweitern des Horizont des Pferdefreundes in angenehmster Weise. Aus eigener Erfahrung rate ich aber eher dazu, vorerst einen schönen, geruhsamen Urlaub im Originalzuchtgebiet zu verbringen und sich dort ausgiebig und geruhsam mit Pferden, Land und Leuten auseinander zu setzen, ohne gleich den Stress eines Pferdekaufs im Nacken zu haben.
Wenn es denn aber sein muss, so tut man gut daran, sich bereits zu Hause über gute, seriöse Züchter zu informieren und mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Sie informieren und beraten selbst fremde, ausländische Interessenten mit Herzlichkeit und Offenheit. Beim Kauf in GB ist es in jedem Fall ratsam und günstig, sich der Hilfe eines ortsansässigen Fachmannes (meist wird es eine „Fachfrau“ sein) zu versichern, dies gilt für den privaten Kauf, Auktionen und Pferdemärkte gleichermaßen. Das Netzwerk der internationalen Ponygemeinschaft ist weitreichend und durch freundliches, offenes Bitten lässt sich fast immer Unterstützung finden. Hier kann der Vermittler im eigenen Land wieder hilfreich sein, denn in aller Regel hat er/sie beste Kontakte zu hilfsbereiten Fachleuten im Mutterland.

Der Transport von Equiden von GB auf den Kontinent ist heute weit weniger kompliziert als noch vor einigen Jahren. Es gibt einige professionelle britische und auch deutsche Unternehmen, die regelmäßige Transporte durchführen und auch alle Formalitäten erledigen. Sie und alle privaten Transporteure müssen trotzdem den Eigenheiten des englischen Gesetzes Rechnung tragen, das für den Export von Ponys einige Besonderheiten aufweist, wie z. B. den sogenannten Minimalwert und die Ruheperiode. Zwar ist der leidige Papierkram in den letzten Jahren wesentlich einfacher geworden, aber es ist meist billiger und weniger nervenaufreibend, wenn man den Transport von GB auf den Kontinent solch einem professionellen Transporteur überlässt. Die Preise sind zwar aufgrund der Treibstoffteuerung angestiegen, aber mit etwas Glück kann man eine günstige „Mitfahrgelegenheit“ ergattern, wenn etwa Rennpferde von GB nach dem Süden gebracht werden und noch ein Plätzchen im LKW frei ist. Wer dennoch selber importieren will, der findet hier die Adressen und Nummern der zuständigen Behörden, von denen er alle Informationen und Formulare erhalten kann:

Department for Environment, Food and Rural Affairs
Animal Welfare Division,
Branch B
1a Page Street
London, SW1P 4PQ
Tel.: 0044-20 7904 6584
Fax: 0044-20 7904 6964
Animal Identification and Traceability Team
National Assembly for Wales
Crown Buildings
Penrallt, Caernarfon
Gwynedd, LL55 1EP
Tel.: 0044-1286 662027
Fax: 0044-1286 677749
Scottish Executive Environment and Rural Affairs Dept.
Animal Health and Welfare Branch
Pentland House, 47 Robb’s Loan
Edinburgh, EH14 1TY
Tel.: 0044-131 224 6610
Fax: 0044-131 224 6616
Department of Agriculture and Food for Ireland
Agriculture House
Kildare Street 2

Dublin,
Ireland
Tel.: 00353-1 6072862
British Miniature Horse, British Riding Pony, British Spotted Pony, Connemara Pony
Dales & Fell Ponies, Dartmoor Pony, Eriskay Pony, Exmoor Pony
Hackney Pony, Highland Pony, Kerry Bog Pony, Lundy Pony
New Forest Pony, Shetland Pony, Tinker, Welsh A – D