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Das
Dales Pony
Das
Zuchtgebiet der Rasse liegt in den Tälern von Nord-Yorkshire,
Northumberland und Durham, an den östlichen
Ausläufern der Penninenkette. Die Hochtäler werden
im örtlichen Sprachgebrauch dales genannt, daher der
Name. Die halbwilde Haltung ist unüblich, meist
wurden die Tiere auf Farmen als Arbeitshelfer
gehalten. Die Rassen Fell und Dales stehen einander
historisch und geographisch sehr nahe, waren lange
Zeit kaum unterscheidbar und sind erst seit 1916 aus
verbandspolitischen Gründen getrennt. Gleich den
Fells, hatten auch die Dales Ponys lange Zeit
sämtliche landwirtschaftlichen Arbeiten verrichtet
und sich besonders als Tragtiere bewährt. Dales
Ponys wurden niemals „wild“ gehalten, sie waren
Arbeitspferde der Bauern, des Bergbaus und der
Händler; das britische Militär schätzte Dales Ponys
besonders. Bis heute sind die Dales etwas größer und
schwerer, zudem kommen weiße Abzeichen etwas
häufiger als bei den Fells vor. Trotz ihrer Substanz
sind sie schnelle und ausdauernde Traber mit einer
beeindruckenden Aktion. 1916 wurde die Dales
Improvement Society gegründet, welche die Reinzucht
förderte, zur Typerhaltung aber Fell-Hengste zuließ.
1962 wurden die beiden existierenden Vereine
Dales
Pony Improvement Society und Northern Dales Pony
Society unter der neuen Schirmorganisation Dales
Pony Society vereint. Dann kam es zu einem langsamen
Wiederaufbau, und als 1982 die Dales Pony Society
den Band 1 ihres eigenen Stutbuches auflegte, gab es
bereits 57 Neueintragungen. Noch heute wird die
Rasse vom englischen Rare Breeds Survival Trust in
der Kategorie vulnerable (= verwundbar) geführt.
Zählungen ergaben einen Bestand von rund 550 Stuten
und 50 Hengsten.
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Das Fell Pony
Diese
auf dem Kontinent nur wenig bekannte Rasse erhielt
ihren Namen vom nordenglischen Namen fell für
Berghang, denn das Zuchtgebiet in Westmorland und
Cumberland umfasst die westlichen Abhänge der
Penninen. Kleine Nachzuchten in Deutschland,
Holland, Skandinavien, Frankreich, Belgien, der
Schweiz und Amerika.
Die Urahnen der heutigen Fells dürften im
Wesentlichen die kräftigen und robusten Großponys
des prähistorischen Typs II gewesen sein, allerdings
mit einigen späteren Beimischungen. Die große
Ähnlichkeit der englischen Rassen Fell und Dales mit
den skandinavischen Döle- und Gudbrandsdal-Pferden
weist darauf hin.
Schon im Mittelalter wurden die kräftigen Ponys vor
allem als Tragtiere, aber auch als wendige
Reitpferde verwendet, da es keine durchgehenden
Wasserstraßen und auch kaum befestigte
Überlandstraßen gab. Verschiedene Autoren geben an,
dass gerade die Verwendung als Packpony entscheidend
zur Entwicklung der Rasse beitrug, wobei ähnliches
auch für das Dales Pony gilt. Nach der Aufhebung (Säkularisierung)
der Klöster durch Heinrich VIII lag die Zucht
ausschließlich in der Hand der Farmer, welche ihre
kleinen Herden in den rauen Bergen hielten. Bald
entwickelten die Bauern bald eine Vorliebe für
ländliche Trabrennen, und so begann die Selektion
auf Schnelligkeit im Trab. Daneben wurden Fells
gerne von Schafhirten zum Viehtrieb geritten und vor
die ländlichen Karren gespannt.
Heute
ist die Rasse Fell-Pony in ihrem Bestand bedroht.
Zahlreiche ältere Züchter im Ursprungsgebiet haben
aufgegeben, nur mehr wenige Ponys weiden noch in
altgewohnter Weise auf den Fells und der englische
Zuchtverband kämpft mit internen Problemen. Dennoch
erfreuen sich Fells als ideale Familienpferde einer
gewissen Beliebtheit, die zu Nachzuchten u.a. in
Holland und Deutschland geführt hat. Eine
unschätzbare Werbung erfuhr die Rasse durch das
Engagement der englischen Königin Elizabeth II als
Züchterin.
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Das Dartmoor Pony
Ursprünglich
im Gebiet von Dartmoor (Grafschaft Devon) in Südwest-England
zuhause, ist die Rasse heute in ganz Großbritannien
verbreitet. Nachzuchten existieren in vielen Ländern,
vor allem Holland, Deutschland und Skandinavien.
Bereits unter König Heinrich I. (1100-1135) und
während der Kreuzzüge gelangten orientalische
Hengste hierher, später auch solche der Rassen
Vollblut und Hackney. Bis zur Mitte des 19.
Jahrhunderts behielt die Rasse durch die strenge
natürliche Auslese jedoch ihr typisches Gepräge.
1902 wurde beschlossen, dass man nur mehr deutlich
im Rassetyp stehende Tiere mit weniger als einem
Viertel Fremdblut aufnehmen solle. Das englische
Landwirtschaftsministerium erließ Maßnahmen zur
Verbesserung der Ponys, während das Duchy Stud in
Tor Royal (das Herzogliche Gestüt Prinz Edwards)
sich mit wechselndem und nicht immer bleibendem
Erfolg der Kreuzungszucht widmete.
Bis zum Zweiten Weltkrieg erlebte die Rasse einen
Aufschwung, vor allem durch die energischen
Bemühungen von Miss Sylvia Calmady-Hamlyn
(1881-1960) und den Einsatz des Hengstes The Leat.
Jene Tiere aus den gewissenhaft geführten
Privatgestüten sind besonders schöne und hochwertige
Kinderponys. Heute gibt es wieder Bestrebungen, auch
die „wilden“ Dartmoors zu verbessern. Dazu werden
hochwertige Hengste einigen ausgesuchten
Wildbahnstuten in eingefriedeten Weidegebieten
zugeführt.
Viele der modernen Dartmoors gehen auf den Hengst
The Leat zurück, der drei bedeutende Stutenstämme
hinterließ. Dieser kleine Hengst wurde 1918 im Tor
Royal Gestüt des Prinzen von Wales geboren, kam als
Dreijähriger in das Eigentum von Sylvia
Calmady-Hamlyn, die ihn als Beschäler registrieren
ließ und blieb erstaunlicherweise nur drei Jahre im
Zuchteinsatz. Er und seine Nachzucht sind bis heute
ein bestimmender Faktor im Zuchtgeschehen. Die
Dartmoor Pony Society, welche die Zucht lenkt und
kontrolliert, wurde 1923 gegründet.
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Das Eriskay Pony
Auf
den kleinen Inseln Eriskay und Barra, die zu den
äußeren Hebriden gehören und vor der nordwestlichen
Küste Schottlands liegen, findet man die Reste
dieser Ponyrasse. Auf dem britischen Festland, vor
allem in Schottland, bestehen kleine Nachzuchten.
Auf dem europäischen Festland ist die Rasse fast
unbekannt.
Als die ländliche Bevölkerung des schottischen
Hochlandes im 19. Jh. von den Großgrundbesitzern
verdrängt wurde (die sog. Highland Clearances),
gelangten vermehrt Siedler auf die vorgelagerten
Inseln. Auf Eriskay, Lewis und Barra erhielt sich (ähnlich
wie auf Shetland), fast vergessen und vermutlich
kaum verkreuzt, der ursprüngliche Typ des gälischen
„Hochlandpferdes“. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts
fanden sich nur mehr auf den kleinen Inseln einige
unvermischte Exemplare der ursprünglichen Ponys.
Aber selbst auf Lewis und Barra konnte man den
Einsatz rassefremder Hengste nicht verhindern.
Eriskay konnte damals nur deshalb entkommen, weil es
über keine gute Verkehrsanbindung zum Festland
verfügte.
1971
entdeckte der Biologe Alastair Fraser die Reste der
Population auf Eriskay und setzte alles daran, diese
zu erhalten und zu vermehren. 1972 wurde eine
Zuchtgesellschaft gegründet, die in der Folge
hervorragende Arbeit leistete. Der Bestand wächst
langsam, aber stetig an und beträgt derzeit ca. 300
Tiere, davon rund 100 Stuten und 14 Hengste,
zuweilen findet man auch Kreuzungsprodukte mit
ausgewählten Highland-Hengsten. Die geringe Anzahl
von Zuchttieren lässt eine schnelle Verbreitung der
Eriskays unmöglich erscheinen, doch die Zukunft der
Rasse scheint einigermaßen gesichert.
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Das Exmoor Pony
Die
Stammpopulation der Rasse lebt im Nationalpark von
Exmoor (gegr. 1954), in der Grafschaft Somerset.
Einige wenige Privatzuchten existieren auch in
anderen Regionen, sogar in Schottland. Sehr geringe
Bestände außerhalb Englands, vor allem auch in
Deutschland.
Quellen zufolge ist das westenglische Exmoor-Pony
ein direkter Nachfahre der keltischen Ponys der
Bronze- und Eisenzeit, oder sogar noch älter. Im
Domesday Book von 1086, einer Bestandsaufnahme der
nunmehrigen Untertanen Wilhelm des Eroberers nebst
deren Besitztümern, wurden auch die equi silvatici (wilde
oder freilebende Pferde) des Gebietes erstmals
schriftlich erwähnt. Die schriftlichen Quellen bis
in das 18. Jahrhundert verraten nur sehr wenig, aus
den spärlichen Dokumenten kann man aber schließen,
dass die Wildbahnzucht aufrecht blieb. Einige
Familien erhielten von der Krone Ponys, vor allem
die sogenannten wardens, die Revieraufseher. Als um
1818 das rund 32 000 Hektar große Gebiet zerstückelt
und teilweise eingefriedet wurde, gab es dort nur
ein Gehöft. Sir Thomas Acland III war der letzte
Aufseher und behielt 400 Ponys. Er verkaufte den
Großteil der Herde und behielt vier Hengste und ca.
20 Stuten, mit denen er eine hochwertige Reinzucht
fortführte. Der Bestand dieser Nukleusherde stieg
rasch an und hatte einen positiven Einfluss auf die
wenigen anderen Exmoor-Herden in der Region.
Die
heutige Lebensform der Exmoor Ponys in ihrem
Heimatgebiet muss korrekterweise als „halbwild“
bezeichnet werden. Das Stutbuch, (damals noch eine
Sektion im Stutbuch der NPS) wurde 1961 geschlossen,
und 1963 gab die Society den ersten Band ihres
eigenen Stutbuches heraus. Die rund 25 Herden,
welche die Society heute weltweit betreut, sind mit
Nummern versehen und stehen in verschiedenen
Gebieten des Exmoor Nationalparks.
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