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Das
Hackney Pony
Diese
seltene Rasse kann als kleiner Schlag des berühmten
Hackneys gelten, dem eleganten Kutschenpferd
schlechthin. Die Zucht wird in Großbritannien, aber
auch in Amerika, Kanada, Südamerika, Südafrika und
Holland betrieben, bleibt aber im wesentlichen auf
den angelsächsischen Kulturkreis beschränkt. In
Deutschland sind Hackneys allgemein sehr selten, im
Gegensatz zum benachbarten Holland.
Die Zucht findet in Großbritannien ausschließlich in
Gestüten und nicht in der Wildbahn statt, wobei die
Pferde meist professionell trainiert, gepflegt und
für das Schaufahren vor dem Wagen herausgebracht
werden, was kein billiges Hobby ist.
Der Name Shales the Original ist untrennbar mit
allen modernen Hackneys verbunden, er stand um 1770
an der Wiege der Rasse. Henry Euron, der erste
Sekretär der Hackney Horse Society und beste Kenner
der Rassengeschichte, sagte von ihm, dass er der
schnellste Traber seiner Zeit und der erste wirklich
bedeutende Hackney-Hengst gewesen sei. Es war
Christopher „Kit“ Wilson in Nordengland, der ab 1872
jenen Schlag des Hackneys schuf, welcher bald als
sogenanntes Wilson Pony bekannt und beliebt wurde
und der heute Hackney Pony heißt. Auf der Basis von
Fell Ponys, Norfolk-Trabern und Welsh Mountain-Stuten
züchtete er ein edles, feuriges und gängiges Reit-
und Fahrpony, das vor allem als Kutschpferdchen
Furore machte. Doch auch als Kinderpferd fand die
junge Gestüts-Rasse bald Anklang. In den Jahrzehnten
von etwa 1880 bis 1930 kamen zahlreiche Hackney
Ponys aus England per Dampfschiff in die USA, wo sie
sich noch heute großer Beliebtheit erfreuen und
zahlenmäßig weit vor ihren größeren Rassekollegen
befinden.
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Das Highland Pony
Die
kräftigen Naturburschen aus dem schottischen
Hochland und von den vorgelagerten Inseln waren
früher die idealen Arbeitstiere der Bauern, heute
sind sie in ganz GB seltene, doch geschätzte
Freizeitpferde. Das Hauptzuchtgebiet liegt nördlich
der Verbindungslinie Glasgow – Edinburgh.
Die Herkunft des Highland Ponys liegt im Dunkel der
Geschichte. Keltische Ponys kamen nach Schottland,
wie man anhand zahlreicher Grabungsfunde bestätigen
kann. Um 1530 sandte König Louis XII von Frankreich
schwere französische Pferde an King James V von
Schottland, zum Zwecke der Verstärkung des
heimischen Schlages. Während des 17. und 18.
Jahrhunderts kamen schließlich spanische und
orientalische Hengste zum Einsatz, man weiß
beispielsweise, dass damals Chief Clanranald noch
kurz vor seinem Tode 1715 einige Andalusier
importierte. Die Adeligen entdeckten im 19.
Jahrhundert, dass man mit Wolle ein Vermögen machen
konnte und vertrieben gnadenlos die Bewohner der
Highlands. Jedes Fleckchen fruchtbaren Bodens wurde
nun für die Schafzucht verwendet. Erst mit dem
Aufkommen der Hirsch- und Moorhuhnjagd in der Mitte
des 19. Jhs. und dem damit verbundenen
Anstieg
des frühen „Highland-Tourismus“ stieg der Bedarf an
Ponys wieder rapide an. Verschiedene Zuchtbetriebe
entstanden, und man bemühte sich, das bewährte Pony
der alten Tage wieder auferstehen zu lassen.
Seit 1923 sorgt die Highland Pony Society für eine
planmäßige Zucht, auch Queen Elizabeth zählt zu den
begeisterten Anhängern und Züchtern. Sie lässt – wie
viele Großgrundbesitzer – Highlands auf ihrem
schottischen Besitz Balmoral als Tragtiere bei der
Hirschjagd einsetzen.
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Das Kerry Bog Pony
Der
Schwerpunkt liegt in der Grafschaft Kerry, im
Südwesten Irlands, um die Ortschaft Glenbeigh. Das
Land ist moorig, das Klima extrem feucht, selbst für
irische Verhältnisse. Ein weiteres beachtliches
Gestüt existiert in Enniskillen und eines in den
USA.
Während das deutlich iberisierte Connemara im
gesamten Westen der Insel heimisch war und heute
überall zu finden ist, gibt es in einem Teil von
County Kerry im Südwesten noch andere Ponys. Diese
Rasse wird heute Kerry Bog Pony genannt und steht
mehr im keltischen Typ als die Connemaras, was auf
einen möglichen Einfluss nordspanischer Ponys
hinweisen würde. Auch eine mögliche Verbindung mit
Wales ist nicht auszuschließen. Schriftliche
Erwähnungen aus dem 17. und 18. Jh. zeigen, dass
Ponys in Irland als Reit- und Zugtiere verwendet
wurden. Die letzten Exemplare des regionalen Ponys
wurden von John Mulvihill, dessen Familie solche
Tiere früher in Verwendung hatte, im Jahre 1987
aufgespürt. Bald war eine kleine Population
zusammengeführt und man vermehrte die nunmehr Kerry
Bog Ponys genannten Tiere. Eine Zählung im Jahr 1994
ergab nur mehr rund 25 rassetypische Tiere. 1995
legte Mulvihill ein Abstammungsregister an, und 2002
gründete er eine Züchtervereinigung, das Kerry Bog
Pony Registry. Die Rassezugehörigkeit der Tiere
konnte durch ein signifikantes genetisches Merkmal
im Blutbild festgestellt werden. Derzeit bemüht man
sich, die Population aufzustocken und die
sympathischen Ponys einem breiten Publikum näher zu
bringen. Es sind rund 150-200 Tiere des Typs
vorhanden, etwa ein Dutzend Hengste sorgt für
Nachwuchs. In den USA hat man allerdings die Rasse
eingeführt und züchtet dort mit Originalimporten aus
Irland recht erfolgreich, wenn auch nur in kleinem
Rahmen.
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Das Lundy Pony
Die
Insel Lundy ist ein flacher Felsbuckel von rund 5 km
Länge und 1 km Breite, der sich bis zu einer Höhe
von 120 m aus der stürmischen Bucht von Bristol
erhebt, etwa gegenüber der Stadt Barnstaple.
Auf der rund 400 ha großen Insel wurden seit etwa
1820 Ponys halbwild vermehrt. Ich vermute, dass es
sich dabei aus geografischen Gründen um Angehörige
der halbwilden Populationen in Exmoor und Dartmoor
handelte. 1928 stellte der damalige Besitzer der
Insel, Martin Coles Hartman, die Zucht auf New
Forest Ponys um, zusätzlich verwendete er einen
Vollblut- und eine Welsh Partbred-Hengst. Die
Produkte dieser Hengste kamen allerdings mit dem
harten Inselleben nicht zurecht, also wurde auf
Welsh Mountain-, New Forest- und Connemara-Hengste
umgestellt. Nach dem Tode Mr. Hartmans im Jahr 1969
erbte der National Trust die Insel; drei Jahre
später übernahm die National Pony Society die
Verantwortung für die Ponys. 1980 wurde die gesamte
Herde auf das Festland verlegt, 1984 wurde ein
offizieller Zuchtverband gegründet. Heute wird die
Hauptpopulation auf dem Festland in den Grafschaften
Devon und Cornwall gehalten. Auf der Insel selbst
befinden sich derzeit wieder rund 12 Stuten und
einige Stutfohlen; Hengst ist noch keiner dabei,
obwohl Pläne existieren, einen Herdenhengst zwecks
Populationserhaltung auf der Insel mit den Stuten
laufen zu lassen. Lundy Ponys zählen nicht zu den
eigentlichen Berg- und Heiderassen, sondern stellen
eine robuste Zweckzucht, ein Gemisch aus
verschiedenen heimischen Populationen dar, wie es
vor rund 100 oder 150 Jahren auch im New Forest zu
finden war.
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